
Das ist meine Geschichte

Unsere Auswanderung
Wie alles Begann...
Wir kauften uns einen Wohnwagen und
fuhren im Sommer 2022 das erste Mal zum Campen nach Schweden. Mein Mann
war in seiner Jugendzeit schon des öfteren in Schweden, aber für den
Rest der Familie war es das erste Mal. Ich sagte zu den Kindern, wenn
mir Schweden gefalle, dann würden wir dorthin ziehen. (eigentlich nur
ein Spaß)
Mein Sohn, Robin (damals 15), beschäftigte sich mit meiner
(eigentlich nicht ernst gemeinten) Aussage. Er informierte sich über
das Land, das Schulsystem und empfand schnell einen positiven Gedanken
in Schweden wohnen zu wollen. Dazu muss ich sagen, dass er Pferde liebt
und auch das ein Thema war. Wenn wir in Schweden wohnen, hätte er
endlich ein eigenes Pferd… der Gedanke war verlockend, aber eher ein
weiterer Traum.
Nach vielen Gesprächen rund ums Thema "Schweden",
hatte ich selbst nie daran gedacht, dass aus dem Gedanken auch Ernst
werden könne.
Mein Mann führte zu diesem Zeitpunkt ein kleines, erfolgreiches Familienunternehmen.
Er
arbeitete nun schon über 25 Jahre (davon 10 Jahre Selbstständig) in
einen Metall-/Maschinenbau mit einem zusätzlichen Gasfüllbetrieb.
Ich
selbst war in der Buchhaltung tätig. Wir wohnten auf einer schönen
Ostseeinsel, hatten ein Doppelhaus, fuhren regelmäßig in den Urlaub…
also eigentlich alles schick.
Doch der Gedanke in Schweden zu Leben wuchs in uns allen.
Die Firma
Schwieriger als erwartet
Ich erinnere mich noch genau. Es war mein Geburtstag im September.
Jan
kam nach Hause und berichtete, dass er die Firma, sein 5. Kind, sein
Ein und Alles auf einer Internetseite für Firmenverkäufe angeboten
hatte.
Einfach mal schauen, wie die Resonanz so sein würde. Krass! Ich war baff.
Niemals hatte ich damit gerechnet! Und tatsächlich kamen an diesem Tag auch schon die ersten Anfragen.
Es kristallisierte sich schnell heraus, dass ich für den ersten Informationsaustausch der Interessenten zuständig sein würde. Jan konnte und wollte sich während des recht stressigen Alltags nicht zusätzlich damit belasten. Die Vorauswahl sollte ich übernehmen.
Ich muss gestehen, ich hatte fachlich eigentlich überhaupt keine große Ahnung was ich da tat.
Wir hatten einen relativ komplexen Betrieb zu verkaufen…hier ging es ja nicht um eine Kleinigkeit.
Ich
lernte Vieles dazu und machte so meine Erfahrungen. Eigentlich war ich
ja nur die Dame aus der Buchhaltung. Ihr glaubt ja gar nicht, wie
umfangreich das alles war und mit welchen Fachbegriffen einige um sich
schlugen.
Ich schätze aber, auch ich schlug mich ganz gut.
In
diesen 2 Jahren war so ziemlich alles dabei. Von BWL'ern, die keine
Ahnung hatten, dass sie für die Übernahme eines Handwerksbetriebes einen
Meister brauchten, Kaufmänner (gleiches Problem),
Ü-60 Investoren
aus Frankreich und HH, totale Träumer und Lebenskünstler. Aber es gab zu
dem Zeitpunkt keinen gelernten Handwerksmeister, der zum einen den
Willen und den Mut hatte in der heutigen Zeit , so ein Risiko einzugehen
(Selbstständigkeit) und zum anderen liquide genug war.
Wohin überhaupt?
Schweden ist groß! Facebook war hilfreich!
Parallel zur Suche eines potenziellen Käufers für die Firma, hatten wir uns natürlich auch schon mit dem: wohin überhaupt nach Schweden ? beschäftigt. Schon zu Beginn war ich diversen Fb Gruppen beigetreten, welche sich alle mit "Schweden" befassen.
Es
gibt wirklich viele Gruppen. "Auswandern nach Schweden", "Jobs in
Schweden" etc… Diese Gruppen können helfen, aber ab und an finden in den
Gruppen auch unschöne Auseinandersetzungen statt, nur weil jemand eine
einfache Frage stellt.Auf der Suche nach einem geeigneten Job
(für Jan) war ich dabei auf eine Anzeige, eines ebenfalls deutschen
Auswanderers (M.), gestoßen. Er ist selbst Mitarbeiter dieser Firma und
suchte im Auftrag nach neuen Mitarbeitern.
Das klang interessant!
Wir beschlossen darauf zu antworten. Soweit so gut.
Erste Kontaktaufnahme war sehr nett und man bot uns direkt eine Schnupperwoche in dem Betrieb an.
Nur wann könnte und sollte man das planen?
Wir hatten zu dem Zeitpunkt noch keinen Käufer für die Firma gefunden und alles andere war auch noch viel zu unsicher!
Jahreswechsel 2022/2023
Das neue Jahr in Schweden beginnen...
Über Neujahr 2022/2023 buchten wir uns vor lauter Sehnsucht ein Haus direkt am See in Unnaryd.
Wir verbrachten dort mit meinen Schwiegereltern einen tollen Neujahrsstart ins Jahr 2023. Ich dachte mir, besser als in Schweden könne man das Jahr nicht beginnen.
Mehr oder weniger spontan vereinbarten wir in dieser Zeit auch ein erstes Kennenlernen in der Firma (ca. 3,5 Std mit dem Auto entfernt). Es war sehr nett. Ich konnte leider nicht mit dabei sein, wurde stattdessen aber von R. , der Frau des Mitarbeiters, zur Fika eingeladen.
Mein Mann war positiv gestimmt und konnte sich vorstellen dort zu arbeiten. Konnten wir uns auch vorstellen dort zu leben?Fika=Kaffeepause (lies hier alles über Fika )
Ich glaube viele träumen bei einer Auswanderung nach Schweden von einem Haus, abgelegen im Wald mit viel Grundstück. Natur pur, einen See mit eigenem Steg zum Baden am besten direkt mit dran.
Man nennt es auch das "Bullerbü Syndrom".
Die
Vorstellung und die Realität liegen nicht wirklich nah beieinander. Ich
habe schon oft darüber gelesen und auch ich musste schnell begreifen,
dass es für uns kein Haus am See gab.
Zum einen aus finanziellen
Gründen und zum anderen aus verantwortungsbewussten Gründen. Denn wer
mit drei Kindern auswandert muss auch Rücksicht auf die Bedürfnisse
jedes Einzelnen nehmen!
Juni 2023
Da
das Interesse an unsere Firma nicht abnahm und wir gerade mit einem
potentiellen Interessenten eine Einarbeitung begonnen hatten, nahmen wir
die Kinder für eine Woche aus der Schule, um uns den Ort und die
Umgebung anzusehen. Wohin hatte uns die zukünftige Arbeitsstelle
geführt? Wie sind die Gegebenheiten vor Ort? Welche Schulen gibt es?
Können wir uns vorstellen dort zu leben? Wo sollten wir wohnen? So viele
Fragen und alle sollten diese Entscheidung mit uns gemeinsam treffen!
Mieten
Die
Mieten in Schweden sind recht hoch und mit 5 Personen gibt es kaum
Auswahl, wenn man nicht täglich weite Strecken mit dem Auto zuruecklegen möchte.
Obwohl ich ehrlicherweise sagen muss, dass wir durch unseren damaligen
Wohnort, einer kleinen Urlaubsinsel, auch etwas verwöhnt waren.
Wir kannten keine langen Strecken zur Arbeit. Uns war durchaus bewusst, dass sich das nun ändern könnte.
Das
Gute an unserem Vorgehen war aber, dass wir zuerst den Ort der
Arbeitsstelle wussten und nun dort nach einem neuen zu Hause suchen konnten.
Im
näheren Umfeld gab es ein paar Häuser. Auf der Internetseite https://www.blocket.se kann man ein Profil erstellen und sich auf Wohnungen
oder Häuser bewerben.
Ich
vereinbarte Termine für Besichtigungen und wir schauten uns ebenso die
verschiedenen Schulen an. Für die Großen (Klasse 10,11,12) gab es das nahegelegene
Gymnasium und für den Kleinsten gleich drei Schulen, die zur Auswahl
standen. Jan begann in dieser Woche auch seine Probewoche in dem neuen
Betrieb bei L&K.
Manche der Häuser zur Miete waren nur befristet im Angebot.
Z.B.
gab es dort ein Haus mitten in der Pampa. Es lag in der Nähe eines
Sees. Wirklich traumhaft! Wir lernten diese Familie kennen. Sie planten,
mit ihren drei Kindern eine Auszeit auf einem Segelboot. Sie wollten
sich einfach ein Jahr die Welt ansehen.
Kaufen
Wenn man sich mit dem Thema "Hauskauf in Schweden"
befasst, dann liest man auch, dass sich die Schweden vieles (wirklich fast alles) auf
"Pump" kaufen. z.B. steht bei einer Immobilienfinanzierung nicht im
Vordergrund in 30 Jahren schuldenfrei zu sein. Man zahlt einfach nur
Zinsen und keine Tilgung… bei Autos ist es ähnlich.
Ich weiß nicht, ob das wirklich der Wahrheit entspricht!? Aber ueber dieses Thema berichte ich etwas ausfuerlicher hier
Ich empfehle jedem, der ein Haus zum Kaufen in Schweden sucht Hemnet.se .
Lies hier alles über https://www.hemnet.se
Auch wir schauten uns Häuser zum Kauf an.
Obwohl
wir durch unsere persönliche Situation "jetzt sofort" gar nicht in der
Lage waren es direkt bezahlen zu können. Weder die Zinsen noch überhaupt
eine Krone. Weder unser Haus noch die Firma waren zu diesem Zeitpunkt
verkauft.
Wir boten der Maklerin trotzdem an, dass wir eine Zahlung bei Verkauf unserer Firma tätigen könnten und eine zweite Zahlung nach Verkauf unseres Hauses. Im stillen dachte ich mir: wer lässt sich schon auf sowas ein?! Jemand der sein Haus verkauft, braucht das Geld schließlich gleich.
Je nach Kreditinstitut und Kreditwürdigkeit, könnte man wahrscheinlich auch einen Kredit bei einer Bank aufnehmen. Doch bei welcher Bank?
Ohne
PN? (= PN (Persönliche Identifikationsnummer) Lies hier mehr ueber PN (Personennummer)
Seit dem Geldwäschegesetz finanzieren schwedische Banken keine Immobilien mehr für Ausländer. Ohne PN also nicht möglich!
Die
Erfahrungen im Netz dazu sind sehr unterschiedlich. Manche bekommen
auch ohne eine PN ein Bankkonto eröffnet. (Frage mich tatsächlich wie?!)
Wir brauchten nicht nur die PN, sondern auch einen ID-kort.
(Identitätskarte/Ausweis) Ein ID-Kort ist ein schwedischer
Personalausweis.In Deutschland würde einem keine Bank eine
Immobilien im Ausland finanzieren!? Außer man hätte bereits Eigentum und
würde eine Sicherheit eintragen. Aber das wollten wir nicht. Wir
wollten alles verkaufen! Keine Altlasten und keine Schulden mitnehmen.
Dann passierte das....
Wir
bekamen eine positive Rückmeldung vom Makler aus Schweden, dass wir
nach unseren genannten Bedingungen das Haus kaufen könnten.
Ich muss gestehen , damit hatte ich nicht gerechnet!
Wir waren sehr aufgeregt und wollten nun alles nötige zum Abschluss bringen, um unseren Traum näher zu kommen!
Bekanntlich kommt ja nach dem Flug der Fall...?!

Hoffnung gibt dir kraft weiter zu machen!
Wenn Träume platzen!
War alles umsonst?
Viel zu viel Zeit hatten wir dadurch verloren und viel zu viel investiert! Nun mussten sich unserer Wege abrupt trennen. Und so standen wir nun wieder ohne Käufer da!
Den Kopf in den Sand zu stecken war für mich keine Option. Eine andere Lösung musste her!Wir befanden uns im Juli 2023, als die Bank die Finanzierung ablehnte. Ich überlegte mir neue Strategien, aktualisierte sämtliche Einträge im Internet und hing mich richtig rein. Das Interesse war ja da! Man musste nur den Richtigen finden!? Den Richtigen! Das hört sich tatsachlich leichter an, als es war. Ich muss gestehen, dass diese Art zu Suchen auch für mich sehr anstrengend und kräftezehrend war. Ich hatte viel Zeit investieren müssen. Meine Gedanken drehten sich nur noch um das Eine.E-Mails wollten beantwortet werden, jeder Interessent hatte andere Fragen und ein persönliches Telefonat war auch immer gefordert.
Aber das Schlimmste für mich war eigentlich die Warterei. Ist er weiterhin interessiert? Ruft er zurück? Warum schreibt er nicht zurück? Hat er noch Interesse? Hat er noch offene Fragen? Möchte er uns kennenlernen? Kann ich sonst noch irgendetwas tun? Das war wirklich schlimm!!! Denn es gibt Menschen, die sagen: ich melde mich! und dann tun sie es einfach nicht. Als Antwort kommt: NIX!!! Ich finde so etwas unhöflich und frech! Absagen kann man doch, Nichts zu sagen ist unfair.Ich begann also mal wieder die Nadel im Heuhaufen zu suchen. Und ich fand sie recht zügig.
Der nächste "Richtige" Interessent kam uns sehr bald mit seiner Frau und seinem Hund besuchen.
Ich
sage euch: Er war perfekt. Er war gelernter Handwerksmeister, hatte das
Herz am rechten Fleck. Er konnte sich diese Übernahme gut vorstellen
und beiden (ihm und seiner Frau) gefiel die Insel auf der wir wohnten.
Wir waren uns sympathisch, aßen zusammen und trafen uns den Tag darauf
das zweite Mal. Wir wurden konkreter, vereinbarten eine Probewoche, um
den Betrieb und die Mitarbeiter kennen zu lernen. Konzepte wurden
geschrieben und bei der Bank seines Vertrauens eingereicht. Alles schien
bestens!
Bis auf ein Punkt: Er war vorher Mitgesellschafter in einer
Firma. Er stieg aus der Firma aus, die er durch seine Arbeit mit zum
Erfolg gebracht hatte und rechnete dadurch mit einer größeren Summe
Geld. Doch diese Rechnung ging nicht auf. Er musste mit Rechtsanwälten
Klage gegen die übrigen Gesellschafter einreichen. Ich weiß gar nicht
wie es ausging. Wir hatten ab und an Kontakt. Aber leider auch hier die
Erkenntnis: Ohne Moos nix los! Erst müsse er diese Sache klären und das
könnte Monate, wenn nicht gar Jahre dauern. 🫣
Unsere Pläne zerplatzten ein zweites Mal.
Septemer 2023
Jetzt
liegt es genau ein Jahr zurück, als wir mit der Suche nach einem Käufer
für die Firma begonnen hatten. Selbstverständlich suchten wir auch im
nahen Umfeld und sprachen Chefs anderer Firmen persönlich an. Doch
leider auch hier kein Erfolg.
Der nächste Interessent (oder sollte
ich Kaufmann sagen?) meldete sich bereits zum zweiten Mal. Seine erste
Anfrage stellte er bereits im Dezember 2022…Damals machte er uns schon
ein Kaufangebot, welches wir dankend ablehnten.
Da ich bemüht war, das Geschäftsjahr zum Ende des Jahres abzuschließen und wir uns schon im September befanden, versuchte ich etwas Fahrt aufzunehmen. Schließlich hatte ich nichts zu verlieren! Ich schrieb ihm eine etwas "freche" E-Mail. Daraufhin kam er tatsächlich etwas in Fahrt. Er selbst war leider kein Handwerksmeister. Er hatte auch sein Herz nicht am rechten Fleck. Er war ein reiner Kaufmann und wollte mit dem Kauf Synergien zwischen seiner vorhandenen und unserer Firma schaffen. Er raubte uns viel Zeit und Nerven und versprach uns eine Übernahme zum Ende des Jahres 2023.
Wir standen mitten in den Verhandlungen, schrieben Kaufverträge hin und her, änderten diese zig mal.
Wir standen etwas unter Druck, denn wir hatten ja die Zusage des Maklers aus Schweden und die Eigentümer rechneten damit, dass wir im Dezember / Januar nach Schweden kommen würden. Nur aus diesem Grund, warteten Sie mit dem Verkauf ihres Hauses. Sie warteten auf uns!
Doch alles kam anders! Er hatte Kenntnis von unserer Situation und versuchte diese Kenntnis får sein Vorteil zu nutzen. Er wollte uns übers Ohr hauen! Wir zogen kurz vor knapp die Reißleine und so standen wir nun da. Aus der Traum. Auch dieser Rückschlag (der dritte!!!) tat sehr weh. Denn nun entschlossen wir, allen Beteiligten eine (für uns traurige) E-Mail zu schreiben. Wir würden jetzt in Deutschland bleiben. Anscheinend war es doch nicht so einfach, vielleicht sogar momentan unmöglich, unsere Firma zu verkaufen.Wir blieben in Deutschland und versuchten zu akzeptieren und uns zu trösten…
Aus Schweden bekamen wir nur liebe Worte zurück. Wir sollten unseren Traum nicht aufgeben und es weiterhin versuchen….
Die Verkäufer des Hauses würden auf uns warten und auch der Chef der Firma wollte auf Jan warten.
Wir waren sehr überrascht und auch sehr gerührt von so viel Zuspruch.
Aber wir hatten uns entschieden!!!
Und dann kam Monty...
Unser Trostpflaster
Doch es kam ganz anders. Kein Spielzeug. Kein neues Handy! Sie wünschten sich einen Hund!
Meine Gedanke dazu war:
"Wir
bekommen doch keinen Hund! Der macht Dreck, Arbeit und überhaupt wir
haben November! Draußen ist es schon kalt und ein Welpe ist nicht
stubenrein!"
Lange Rede, kurzer Sinn:
Wir setzten uns zusammen und schrieben auf, welcher Hund für uns in Frage kommen würde.
Wie
groß, wie haarig und schwer dürfte der Hund sein?
Wie sollte er
aussehen, wenn er ausgewachsen ist? Welche Rasse? Rüde oder doch lieber
ein Weibchen? Wir wurden uns relativ schnell einig.
Auf der Suche
nach einem geeigneten Welpen, wurde uns bewusst, dass es wohl noch
einige Zeit in Anspruch nehmen würde, bis wir einen Welpen nach Hause
holen könnten. Denn die meisten waren frisch geschlüpft oder erst noch
in Planung…
Aber da es immer anders kommt als man denkt..! 😅
Es
gab eine Züchterin in der Nähe, die (Mini) Aussies züchtete und noch
zwei Rüden und ein Weibchen zu verkaufen hatte. Unsere erste Tour zum
Züchter auf einem Sonntag endete mit einem Plattfuß auf der Autobahn 🙈
Der
zweite Versuch dann (ohne Mann) am Montag endete mit einem neuen
Familienmitglied auf dem Rücksitz. Nur war das kein Mini Aussie und kein
Weibchen.
Nun, ein Jahr später möchten wir unseren Monty nicht mehr
missen! Und Ja! Das erste Jahr war sehr anstrengend aber auch eine
willkommene Abwechslung zu unserer nicht so schönen Achterbahnfahrt.
(gescheiteter Firmenverkauf)
Jahreswechsel 2023/2024
Kurzentschlossen buchten wir über Silvester auf Airbnb ein Haus. Wo? Natürlich in Schweden 🇸🇪Wir fanden ein schönes Haus mit eingezäuntem Garten und verbrachten zehn wunderschöne Tage in Malmö. Ich bemerkte schnell, dass Jan mit dem Thema Schweden doch noch nicht komplett abgeschlossen hatte. Ich suchte das Gespräch und wir überlegten gemeinsam, ob man diesen Auswander-Traum wirklich komplett vergessen, oder ob man weiter daran arbeiten sollte, damit der Traum eines Tages in Erfüllung geht? Sind Träume dazu da, um sie zu vergessen? Ich weiß, nicht jeder Traum geht in Erfüllung aber…

Deine Träume haben kein Verfallsdatum
Gib sie nicht auf!!!
Wie unsere Geschichte ausging...
Wir probierten eine ganz andere Strategie. Eine etwas Verrückte.
Die Facebook-Strategie :-)
Auf Fb gab es eine Gruppe "Nachfolger gesucht" und wir entschieden einen anonymen Post zu versuchen.
Es hagelte Anfragen. Aber auch diese Anfragen mussten erstmal vorsortiert und bearbeitet werden.
Es
dauerte gar nicht so lange, da kam schon der nächste ernst zu nehmende
Interessent. Er hatte bereits ein Unternehmen in ähnlicher Branche ganz
in der Nähe. (ca. 1 Std. mit dem Auto)
Er plante eine Erweiterung, ein zweites Standbein.
Wir trafen uns ein erstes Mal und wenige Tage später ein zweites Mal. Er brachte seine Frau und seine beiden Töchter mit. Wenige Tage später nahm er Kontakt zu unserem Banker auf, schrieb ein Konzept und stellte eine Finanzierungsanfrage.
In
seiner letzten E-Mail an mich, bat er darum 5 Wochen Geduld
aufzubringen, denn so lange bräuchte die Bank bis sie wieder von sich
hören ließ.
Nach 6 Wochen ohne eine Nachricht fragte ich nett nach.
Bis heute habe ich keine Antwort erhalten. Ich habe 6 Wochen lang brav
gewartet, jeden Tag darüber nachgedacht, ob es jetzt endlich klappen
würde. Und er hielt es nicht für notwendig sich zu melden. Ohne
Worte! Unglaublich aber wahr!
Irgendwann
wechselte ich in einen Zustand mit weniger Hoffnung und mehr Verstand
und hatte teilweise gar nicht mehr daran gedacht, jemanden zu finden.
Es
war Samstag Mittag als mein Handy klingelte. Ich war in Gedanken und
nahm ab. Eine freundliche Stimme fragte, ob ich einen Betrieb zu
verkaufen hätte. Ich war etwas überrascht, weil ich zu diesem Zeitpunkt
nicht damit rechnete. Wir verabredeten uns für Montag Vormittag, um in
Ruhe zu sprechen. Ich war jetzt etwas forscher zu den Interessenten
geworden, ich hatte ja schließlich nichts zu verlieren. So viele
Interessenten stielten mir wertvolle Zeit. Rund zwei Stunden dauerte
unser Telefonat. Wir waren uns sympathisch und ich lud ihn ein, sich
Fehmarn und unseren Betrieb kurzfristig anzusehen. Er war einverstanden.
Denn er wollte uns erstmal kennenlernen und schauen, ob wir zueinander
passen.
Noch bevor ich Ihn persönlich kennenlernen durfte, bekam ich von ihm einen Screenshot seines Bank-Accounts. Ich hatte ihm am Telefon von den Pleiten, Pech und Pannen berichtet, die wir in den vergangenen 1 1/2 Jahren erlebten. Er sagte: damit ich nicht denke, er sei einer von den Typen, die nur dumm rum labern...
U. ist zu dem Zeitpunkt 59 Jahre alt. Er kannte Fehmarn nicht, was nicht unbedingt gute Voraussetzungen waren. Ich fragte mich natürlich auch, was denn ein Mann kurz vor der Rente, mit einem Handwerksbetrieb auf Fehmarn will?! Warum sollte er unseren Betrieb übernehmen? Er liebte das Handwerk! Er träumte wohl schon längere Zeit davon, einen kleinen Handwerksbetrieb zu übernehmen. Wir waren durch unsere Erfahrungen sehr vorsichtig und auch etwas skeptisch geworden. Ich glaube, U. musste uns von seinem Vorhaben mehr als überzeugen. Allerdings waren wir uns sehr sympathisch und Jan und U. haben wirklich sehr viel gemeinsam. Je mehr Zeit verging und je besser wir uns kennenlernten, desto mehr Gemeinsamkeiten stellten wir fest.
Wäre das nicht so gewesen, dann hätte es sicherlich ein anderes Ende gegeben.
U. bezeichnete sich selbst als Knorke-Typ, er kam aus NRW. Das war er auch, ein Knorke-Typ! Im Herzen ist er ein Handwerksmeister (er lernte als junger Mann auch im Metallhandwerk), aber er ist auch ein Kaufmann! Er hat ein etwas freches, loses Mundwerk aber genau das machte ihn für mich so sympathisch.
Zu U. gehörte auch N., ein total kerniger Typ aus England. Er arbeitet für U. als Projektmanager. Nun sollte N. in unserer Firma eingesetzt werden und nach und nach die Strukturen unserer Firma kennenlernen, um dann Schritt für Schritt die Firma zu übernehmen bzw zu führen.
Ohne N. wäre auch diese Übernahme wahrscheinlich nicht möglich gewesen. N. hat sich in kürzester Zeit auf unserer Insel eingelebt, hat den "Grill-Freitag" eingeführt und ich glaube, er fühlt sich richtig wohl. Auch unsere Mitarbeiter mögen unseren F..cking-Engländer!
Tja, was soll ich nun sagen?
Ja, es hat geklappt. Wir haben unsere Firma an U. verkauft und leben nun in Schweden. Ich hätte mir allerdings einen schöneren Abschied gewünscht, denn eigentlich wollte U. mit seiner Frau ein paar Tage Urlaub machen und in dieser Zeit hatten wir die Übergabe der Firma geplant. Doch leider war das nicht möglich, denn U. war kurzfristig erkrankt.
Leider war dann nur N. da um sich zu verabschieden...
