”Öppet hus” in der Grundschule

20.06.2026

Alla Anfang ist schwer

Nachdem wir an einer Schule einen Platz bekamen, musste mein Sohn vorher einen Test machen. Wir kamen nach Schweden nachdem Rojan die 1. Klasse in Deutschland absolviert hatte. Rojan war 7 Jahre alt. Hier lernen die Kinder bereits in der Förskola Zahlen und Buchstaben. Mein Sohn hatte also einen großen Vorteil.
Mit Abschluss der 1. Klasse in Deutschland konnte er bereits lesen, schreiben und rechnen. Den Test absolvierte er sehr gut. Trotzdem riet die zuständige Dame dazu ihn in der 1. Klasse unterzubringen. Zuerst war ich verwirrt, da ich moch im Vorfeld schon informiert hatte und er vom Jahrgang eigentlich in die 2. Klasse hätte kommen müssen. Ich lenkte ein, denn sprachlich hatte Rojan ja viel zu lernen. Die Klasse in die Rojan kam war wirklich gut. Die Lehrerin war toll. Sie war so herzlich, dass ich direkt das Gefühl hatte gut aufgehoben zu sein. Außerdem meinte es das Glück besonders gut mit uns, denn es ging ein Mädchen in seine Klasse die ebenfalls aus Deutschland kam. Es sollte so kommen, dass sie für Rojan für die erste Zeit sehr wichtig war. Nach einer vierwöchigen Eingewöhnungszeit, die auch für mich nicht einfach war, da Rojan sehr sensibel ist, bekam ich einen Anruf. Eine Dame sagte mir, Ihnen wäre ein Fehler unterlaufen. Rojan gehöre seines Jahrgangs entsprechend in die 2. Klasse. Da aber in der Schule in der zweiten Klasse kein Platz für ihn wäre, müsste er nochmal die Schule wechseln. Schulwechsel? Nach 4 Wochen Eingewöhnung? Das kommt nicht in Frage! 
Ich suchte verzweifelt Hilfe bei den Lehrerinnen und bei der Schulleiterin. Die Schulleiterin schrieb mir lediglich, dass ihr die Hände gebunden wären und die beiden zweiten Klassen in ihrer Schule voll wären. Der Befehl käme von ”oben”!
Ich schrieb ihr drei E-Mails…auf englisch, denn schwedisch konnte ich noch nicht so gut. Diese Mails könnte ich heute wahrscheinlich nicht mehr finden, aber ich glaube, es reicht, wenn ich sage: Ich war eine Löwin!

Nach vier Wochen hatte sich mein Sohn gerade erst eingelebt. Ihn zu diesem Zeitpunkt erneut die Schule wechseln zu lassen, hätte sein Vertrauen erschüttert. Schließlich war er gerade erst angekommen.

Zum Glück ging dieser kleine Kampf für uns gut aus. Er durfte in seiner Klasse bleiben. Gleichzeitig bekamen wir die Zusage, dass er später wechseln könnte, sobald ein Platz frei würde und seine Schwedischkenntnisse ausreichend waren.

Nach einem Jahr erhielten wir tatsächlich das Angebot, dass Rojan die Klasse wechseln könne. 

Dazu musste er die zweite Klasse überspringen und hat dann in der dritten Klasse von neuem begonnen. Neue Lehrerin und neue Klassenkameraden . Dieser Schritt war für ihn sehr wichtig, da er nun mit gleichaltrigen zusammen ist.

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